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Bauverfahren

Das Steiermärkische Baugesetz 1995 kennt grundsätzlich drei Einteilungen der Bauvorhaben:

  1. Baubewilligungspflichtige Vorhaben
  2. Anzeigepflichtige Vorhaben
  3. Baubewilligungsfreie Vorhaben

Hinweis:

Die Einteilung, in welche Kategorie ein konkretes Bauvorhaben fällt, wird von der Baubehörde vorgenommen. Es empfiehlt sich daher, diesbezüglich bereits vor der Einreichung mit dem Bauamt der Stadtgemeinde Spielberg in Verbindung zu treten.

 

1. Baubewilligungspflichtige Vorhaben:

Stmk. BauG § 19
Baubewilligungspflichtige Vorhaben

 

Bewilligungspflichtig sind folgende Vorhaben, sofern sich aus den §§ 20 und 21 nichts anderes ergibt:

  1. Neu- Zu- oder Umbauten von baulichen Anlagen sowie umfassende Sanierungen;

  2. Nutzungsänderungen, die auf die Festigkeit, den Brandschutz, die Hygiene, die Sicherheit von baulichen Anlagen oder deren Teilen von Einfluss sein können oder die Nachbarrechte berühren oder wenn Bestimmungen des jeweils geltenden Raumordnungsgesetzes, des Flächenwidmungsplanes, des Bebauungsplanes oder der Bebauungsrichtlinien berührt werden können;

  3. die Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Abstellflächen für Kraftfahrzeuge, Garagen und Nebenanlagen;

  4. Einfriedungen gegen Nachbargrundstücke oder öffentliche Verkehrsflächen sowie Stützmauern, jeweils ab einer Höhe von mehr als 1,5 m;

  5. Veränderungen des natürlichen Geländes von nach dem Flächenwidmungsplan im Bauland gelegenen Grundflächen sowie von im Freiland gelegenen Grundflächen, die an das Bauland angrenzen;

  6. die länger als drei Tage dauernde Aufstellung von Fahrzeugen und anderen transportablen Einrichtungen, die zum Aufenthalt oder Nächtigen von Personen geeignet sind, wie insbesondere Wohnwagen, Mobilheime und Wohncontainer, außerhalb von öffentlichen Verkehrsflächen, Abstellflächen oder Garagen;

  7. der Abbruch von Gebäuden, ausgenommen Nebengebäude;

 

Benötigte bzw. beizubringende Unterlagen:

  • Schriftliches Ansuchen (im Bauamt erhältlich)
  • Grundbuchsauszug
  • Auszug aus der Katastermappe und Anrainerverzeichnis für den Bereich im Umkreis von 30 m vom Grundstück
  • Baubeschreibung
  • Baupläne je 2-fach

 

Kosten und Gebühren:

Die Verfahrensunterlagen sind wie folgt zu vergebühren:
  • Ansuchen: €  14,30
  • Baubeschreibung: €  3,90 /Bogen.
  • Plan: €  3,90, wenn größer als A 3 €  7,80.

Die Kosten für Bescheidausfertigung, Bauverhandlung, Sachverständigengebühren etc. hängen vom Umfang des Bauvorhabens ab.

 

2. Anzeigepflichtige Vorhaben:

Stmk. BauG § 20
Anzeigepflichtige Vorhaben

 

Anzeigepflichtig sind folgende Vorhaben, soweit sich aus § 21 nichts anderes ergibt:

  1. Neu-, Zu- oder Umbauten von Kleinhäusern im Bauland, wenn die Eigentümer der an den Bauplatz angrenzenden Grundstücke sowie jene Grundeigentümer, deren Grundstücke vom Bauplatz durch ein schmales Grundstück bis zu 6 m Breite (z.B. öffentliche Verkehrsfläche, privates Wegegrundstück, Riemenparzelle und dgl.) getrennt sind, durch Unterfertigung der Baupläne ausdrücklich ihr Einverständnis mit dem Vorhaben erklärt haben;

  2. Die Errichtung, Änderung oder Erweiterung von

    a) Abstellflächen für mehr als fünf Krafträder bis höchstens 30 Krafträder oder mehr als zwei Kraftfahrzeuge bis höchstens zwölf Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von je 3.500 kg einschließlich der erforderlichen Zu- und Abfahrten;

    b) Garagen für höchstens 30 Krafträder oder höchstens zwölf Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von je 3.500 kg und Nebenanlagen, auch wenn sie als Zubau zu einem Gebäude ausgeführt werden;

    c) Schutzdächern (Flugdächern) mit einer überdeckten Fläche von über 40 m², auch wenn diese als Zubau zu einem Gebäude ausgeführt werden;

    d) Nebengebäuden, jeweils wenn die Voraussetzungen nach Z. 1 vorliegen;

  3. Die Errichtung, Änderung oder Erweiterung von

    a) Werbe- und Ankündigungseinrichtungen (Tafeln, Schaukästen, sonstige Vorrichtungen und Gegenstände, an denen Werbungen und Ankündigungen angebracht werden können, Bezeichnungen, Beschriftungen, Hinweise u. dgl.);

    b) Umspann- und Kabelstationen, soweit es sich um Gebäude handelt;

    c) Einfriedungen gegen öffentliche Verkehrsflächen sowie Stützmauern, jeweils bis zu einer Höhe von 1,5 m;

    d) Ölfeuerungsanlagen und Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe einschließlich von damit allenfalls verbundenen baulichen Änderungen oder Nutzungsänderungen;

    e) sichtbaren Antennen- und Funkanlagentragmasten;

    f) bauliche Anlagen für Reitparcours oder Hundeabrichteplätze;

    g) die nachträgliche Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Hauskanalanlagen und Sammelgruben;

  4. Veränderungen des natürlichen Geländes von nach dem Flächenwidmungsplan im Bauland gelegenen Grundflächen sowie von im Freiland gelegenen Grundflächen, die an das Bauland angrenzen, wenn die Eigentümer der an den Bauplatz angrenzenden Grundstücke durch Unterfertigung der Baupläne ausdrücklich ihr Einverständnis mit dem Vorhaben erklärt haben;

  5. Die Aufstellung von Motoren, Maschinen, Apparaten oder Ähnlichem, wenn hiedurch die Festigkeit von Bauten beeinflusst oder eine Gefährdung herbeigeführt werden könnte und die Aufstellung nicht in einer der Gewerbeordnung oder dem Luftreinhaltegesetz für Kesselanlagen unterliegenden Anlage vorgenommen wird.

 

Benötigte bzw. beizubringende Unterlagen:

  • Schriftliches Ansuchen (In der Bauabteilung erhältlich)
  • Grundbuchsauszug, Auszug aus der Katastermappe und Anrainerverzeichnis für den Bereich im Umkreis von 30 m vom Grundstück, Baubeschreibung, Baupläne je 2-fach
  • Im Falle von Kleinhäusern (Häuser, die ausschließlich dem Wohnen dienen bis zur einer Gesamtwohnnutzfläche bis zu 600 m²) ist zusätzlich die Zustimmung der Nachbarn, deren Grundstücke bis zu 30 m von den Bauplatzgrenzen entfernt liegen, durch Unterfertigung der Baupläne erforderlich, ansonsten sind Kleinhäuser bewilligungspflichtig.
  • Bei Feuerungsanlagen genügt der Nachweis der Typen- bzw. Einzelgenehmigung der Anlage.

 

Kosten und Gebühren:

Die Verfahrensunterlagen sind wie folgt zu vergebühren:

  • Ansuchen: €  14,30
  • Baubeschreibung: €  3,90/Bogen.
  • Plan: €  3,90, wenn größer als A 3 €  7,80.

Die Verfahrenskosten hängen vom Umfang des jeweiligen Bauvorhabens ab.

 

3. Baubewilligungsfreie Vorhaben:

Stmk. BauG § 21
Baubewilligungsfreie Vorhaben

 

(1) Zu den bewilligungsfreien Vorhaben gehört die Errichtung, Änderung oder Erweiterung von:

  1. Nebengebäuden (mit Ausnahme von Garagen), landesüblichen Zäunen, Folientunnel, Hagelnetzanlagen, Flachsilos, Beregnungsanlagen u. dgl. jeweils nur im Rahmen der Land- und Forstwirtschaft, sofern keine Nachbarrechte im Sinne des § 26 (1) Z 1 und 2 berührt werden;

  2. kleineren baulichen Anlagen, wie insbesondere

    a) für die Verwertung (Kompostierung) von biogenem Abfall im Sinne des Steiermärkischen Abfallwirtschaftsgesetzes; wie insbesondere Kleinkompostieranlagen für Gebäude mit nicht mehr als sechs Wohnungen;

    b) Abstellflächen für höchstens fünf Kraftfahrräder oder höchstens zwei Kraftfahrzeuge mit einem höchsten zulässigen Gesamtgewicht von je 3.500 kg einschließlich der erforderlichen Zu- und Abfahrten, Fahrradabstellanlagen sowie Schutzdächer (Flugdächer) mit einer überdeckten Fläche von insgesamt höchstens 40 m², auch wenn diese als Zubau zu einem Gebäude ausgeführt werden;

    c) Skulpturen und Zierbrunnenanlagen bis zu einer Höhe von 3 m inkl. Sockel, kleineren sakralen Bauten sowie Gipfelkreuzen;

    d) Wasserbecken bis zu insgesamt 100 m³ Rauminhalt, Saisonspeichern für solare Raumheizung und Brunnenanlagen;

    e) luftgetragene Überdachungen bis zu insgesamt 100 m² Grundfläche;

    f) Pergolen bis zu einer bebauten Fläche von 40 m², Klapotetzen, Maibäumen, Fahnen- und Teppichstangen, Jagdsitzen sowie Kinderspielgeräten;

    g) Gerätehütten im Bauland bis zu einer Gesamtfläche von insgesamt 40 m²;

    h) Gewächshäusern bis zu 3,0 m Firsthöhe und bis zu einer Gesamtfläche von insgesamt 40 m²;

    i) Solar- und Parabolanlagen sowie Hausantennenempfangsanlagen im Privatbereich; Mikrozellen zur Versorgung von Geländeflächen mit einem Durchmesser von 100 m bis 1 km und Picozellen für Mobilfunkanlagen zur Versorgung von Geländeflächen mit einem Durchmesser bis 100 m, samt Trag- und Befestigungseinrichtungen;

    j) Telefonzellen und Wartehäuschen für öffentliche Verkehrsmittel;

    k) Stützmauern bis zu einer Höhe von 50 cm über dem angrenzenden natürlichen Gelände;

    l) Loggiaverglasungen einschließlich der erforderlichen Rahmenkonstruktion;

  3. kleineren baulichen Anlagen und kleineren Zubauten, jeweils im Bauland, soweit sie mit dem in Z 2 angeführten Anlagen und Einrichtungen hinsichtlich Größe und Auswirkungen auf die Nachbarn vergleichbar sind;

  4. Baustelleneinrichtungen, einschließlich der zum vorübergehenden Aufenthalt dienenden Unterstände;

  5. Feuerungsanlagen für feste und flüssige Brennstoffe bis zu einer Nennheizleistung von 8,0 kW, sofern Nachweise über das ordnungsgemäße Inverkehrbringen im Sinne des Steiermärkischen Feuerungsanlagengesetzes, LGBl. Nr. 73/2001, vorliegen.

    5.a) Gasanlagen, die keiner Bewilligungspflicht nach dem Steiermärkischen Gasgesetz unterliegen, Feuerungsanlagen jedoch nur dann, wenn Nachweise über das ordnungsgemäße Inverkehrbringen im Sinne des Steiermärkischen Feuerungsanlagengesetzes, LGBl. Nr. 73/2001 und der Gasgeräte-Sicherheitsverordnung, BGBl. Nr. 430/1994, vorliegen, sonstige Gasgeräte, die keine Feuerungsanlagen sind, jedoch nur dann, wenn Nachweise über das ordnungsgemäße Inverkehrbringen im Sinne der Gasgeräte-Sicherheitsverordnung, BGBl. Nr. 430/1994, vorliegen.

  6. Werbe- und Ankündigungseinrichtungen von Wählergruppen, die sich an der Wahlwerbung für die Wahl zu einem allgemeinen Vertretungskörper oder zu den satzungsgebenden Organen einer gesetzlichen beruflichen Vertretung, für die Wahl des Bundespräsidenten oder für Volksabstimmungen, Volksbegehren und Volksbefragungen auf Grund landes- oder bundesgesetzlicher Vorschriften beteiligen, innerhalb von 6 Wochen vor dem Wahltag oder dem Tag der Volksabstimmung, der Volksbefragung oder des Volksbegehrens bis spätestens 2 Wochen danach.

(2) Bewilligungsfrei sind überdies:

  1. der Umbau einer baulichen Anlage oder Wohnung, der keine Änderung der äußeren Gestaltung bewirkt;

  2. die bis zu drei Tagen dauernde Aufstellung von Fahrzeugen und anderen transportablen Einrichtungen im Sinne des § 19 Z 6;

  3. die Lagerung von Heizöl bis 300 l;

  4. der Abbruch aller nicht unter § 19 Z 7 fallenden baulichen Anlagen.

  5. Einfriedungen gegen Nachbargrundstücke (ausgenommen öffentliche Verkehrsflächen) bis zu einer Höhe von 1,5 m.

(3) Bewilligungsfreie Vorhaben sind vor ihrer Ausführung der Gemeinde schriftlich mitzuteilen. Die Mitteilung hat den Ort und eine kurze Beschreibung des Vorhabens zu enthalten.

(4) Durch baubewilligungsfreie Vorhaben dürfen Bau- und Raumordnungsvorschriften, wie insbesondere festgelegte Bauflucht-, Baugrenz- und Straßenfluchtlinien, sowie die Vorschriften über Abstände nicht verletzt werden.

 

Benötigte bzw. beizubringende Unterlagen:

  • Schriftliche Mitteilung (Im Bauabteilung erhältlich. Die Mitteilung hat eine Beschreibung des Vorhabens und den Ort zu enthalten.

Kosten und Gebühren:

  • Es entstehen keine Verfahrenskosten. 

Kontakt Bauamt

Bauamt
Marktpassage 1/B1
A 8724 Spielberg

  • Tel.: +43 (0) 3512 / 75230 - 22
  • bauamt@spielberg.at

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